Maria Jerchel/Jens Peter Kutz: Frankfurt - Wie im Film. Ein Stadtporträt in 99 Kinofilmen. 220 Seiten, 99 Abbildungen, 2 Karten. Hardcover.
Cocon-Verlag, Hanau 2018. 16,80 Euro.

ISBN 978-3-86314-368-8
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Ein Stadtverführer (hr2)

Das ist höchst überraschend und unterhaltsam, einfach großes Kino.
  (F.A.Z.)

Eine Hommage an das ganz große Kino. (FNP)

DIE TEXTE

Unser Buch ist nur vollständig mit den Texten. Es ist kein reiner Bildband. Und es ist auch weder ein Film- noch ein Reiseführer. Es ist ein Porträt der Stadt. Unserer Wahlheimat Frankfurt.

Die Bilder sind mehr als Textillustrationen und die Texte keine bloße Bildbeschreibung. Die Texte und Bilder spiegeln sich ineinander und erzählen gemeinsam, was wir in der Stadt entdeckt haben. Ganz wie im Kino erst Bild und Ton gemeinsam eine Geschichte ergeben, wird auch erst aus Bild und Text hier ein Ganzes.

Die Texte hat Maria nach der Bearbeitung der Fotos verfasst. Bei manchen stand das Thema bereits von vornherein durch den Ort fest. Wie zum Beispiel bei CASABLANCA am Luftbrücken-Denkmal, wo ein weltbekanntes Filmzitat das Tor in eine Epoche Fankfurter Stadtgeschichte aufstößt: Die Geschichte transatlantischer Freundschaft und menschlicher Freundschaften nach dem Zweiten Weltkrieg.

Maria konnte hier aus ihrem über Jahre angesammelten Filmgedächtnis schöpfen, tausende Stunden Kino im Kopf, im analytischen Sehen durch das Studium geschult und von jeher mit einem wachen Blick für Geschichte und Geschehen in unserer Stadt.

Mühsame Couchpotatoe-Abende

Doch sie verbrachte 2017 auch viele Stunden auf dem Sofa. Was wie gemütliche Couchpotatoe-Abende gewirkt haben mag, war in Wirklichkeit vergnügliche, aber oft auch mühsame Arbeit. Filmsichtung in ganzer Länge, in Ruhe und - anders als bei der Sichtung für die Fotoaufnahmen - einfacher Geschwindigkeit, galt es doch jetzt den Ton zu finden, den Faden in der Geschichte, die den Film mit dem Bild, dem Ort, der Stadt verbindet. Die Stimmung und der Ton eines Films finden in den Texten genauso ihren Widerhall wie der Look in den Bildern.
 
Es war für Maria eine Gelegenheit, lange nicht mehr gesehene alte Bekannte im Filmmuseum auf Leinwand wiederzusehen wie JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES, im Kino verpasstes wie das GRAND BUDAPEST HOTEL nachzuholen oder auch lange vor sich hergeschobene Klassiker wie - Asche auf's Haupt - CITIZEN KANE in ganzer Länge zu sehen. Immer den Laptop als Notizbuch neben sich verbrachte sie viele Abende und auch Sonntagmorgende vor dem Bildschirm - mal allein, mal mit anderen. Mancher Text scheint direkt vom Bildschirm ins Buch geflossen zu sein. DER HIMMEL ÜBER BERLIN zum Beispiel ist während der Sichtung entstanden und das Geflecht aus tausend Geschichten der Tonspur setzt sich dort fort.

Wie auch bei den Bildern ging es nicht um das bloße Nachstellen, schon gar nicht Nacherzählen von Drehbüchern. Auch in den Texten entdeckten wir die Stadt und ihre Menschen neu. Sei es bei der detaillierten Recherche zu Daten und Fakten der frühen bis jüngsten Geschichte Frankfurts. Sei es draußen bei den Menschen, mit denen wir jeden Tag hier leben. Zum Schmunzeln und zum Nachdenken, mal kritisch, mal vorbehaltlos begeistert. Eine Liebeserklärung an dieses vielseitige, nüchterne, humorvolle, selbstbewusste, unprätentiöse, tatkräftige, fröhliche, freundliche, tolerante, entspannte, großartige Frankfurt am Main.